Pädagogisches Konzept

Die nachfolgend aufgeführten Schwerpunkte bilden das Fundament unserer pädagogischen Arbeit:

Projektarbeit

Wir arbeiten “teiloffen” nach dem situationsorientierten Ansatz, daher finden auch viele Projekte im Kindergarten statt. Durch das Arbeiten in Projekten bieten wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung. Aktivitäten können neu gewählt und in altersgemischten Kleingruppen unterschiedliche Angebote durchgeführt werden. Dadurch haben wir die Möglichkeit, neben alltäglichen Angeboten andere Elemente in die Praxis aufzunehmen, die für neue Erlebnisse der Kinder innerhalb und außerhalb des Kindergartens sorgen.

Bewegungsförderung

Bewegung hat für einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess eines Kindes, für seine individuelle, harmonische Persönlichkeitsentfaltung eine große Bedeutung. In, mit und durch Bewegung sammeln Kinder bedeutsame Lebenskompetenzen und Erfahrungen. Daher bildet die Bewegungsförderung ein Baustein im Fundament unserer pädagogischen Arbeit. Um der Bewegungsfreude der Kinder entgegenzukommen, bieten wir ein möglichst vielseitiges und bewegungsreiches Spielen auf einer 410 qm umfassenden Innenfläche. Unsere zwei Gruppenräume mit jeweils einem Nebenraum sind bestens ausgestattet.

In der angrenzenden Turnhalle findet einmal pro Woche für jede Gruppe ein gelenktes Turnangebot statt. Bei diesen angeleiteten Bewegungsangeboten stehen immer bestimmte inhaltliche Schwerpunkte im Vordergrund, die mit bestimmten Zeiten und Absichten verbunden sind. Die Angebote sind durch ein Wechselspiel zwischen angeleiteten Bewegungssituationen und freiem Spiel, Experimentieren, Ausprobieren sowie Spannung und Entspannung gekennzeichnet.

Experimentieren

Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen handelnd ihre Welt begreifen. Deshalb wollen wir Gelegenheiten zum Beobachten und Experimentieren schaffen und damit den Forschergeist und die Neugier der Kinder fördern. Um diese Ziele praktisch umzusetzen, führen wir mit Kleingruppen Experimente durch. Auf diese Weise werden – ganz nebenbei – die Beobachtungsgabe und Konzentration der Kinder gefördert. Zusätzlich finden einmal wöchentlich Aktionen aus jeweils naturwissenschaftlichen, hauswirtschaftlichen und kreativen Bereichen statt.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist für die gesunde körperliche und geistige Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung. Deshalb thematisieren wir dies auch in unserem Kindergartenalltag und veranstalten wöchentlich ein gemeinsames gesundes Frühstück. An den anderen Tagen findet ein „freies Frühstück“ statt. Die Getränke werden von uns gestellt.

Naturerfahrungen ermöglichen

Um den Kindern möglichst oft naturnahe Erlebnisse ermöglichen zu können, spielen wir täglich im naturnah gestalteten Außengelände und nutzen den nahe gelegenen, landschaftsgeschützten Wald. Hier bieten sich den Kindern viele verschiedene Lern-, Erfahrungs- und Spielmöglichkeiten besonderer Art an. Wir wollen unseren Kindern so oft wie möglich diese reichhaltige Erlebniswelt zeigen und somit das Interesse und Verständnis für die Natur und ihr natürliches Umfeld wecken. Hierfür stehen eigens qualifizierte Erzieherinnen mit der Zusatzausbildung „Waldpädagogik“ zur Verfügung. Die Kinder dürfen und sollen in unserer Einrichtung bei jedem Wetter nach draußen. Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte (unpassende) Kleidung!“

Sprachförderung (für alle!)

Die Förderung der Sprache wird nicht isoliert in einzelnen Angeboten an bestimmten Tagen vorgenommen, sondern wir bemühen uns, den Alltag so zu gestalten, dass Sprache den ganzen Tag über gepflegt werden kann. Durch flexible Tagesabläufe mit immer wiederkehrenden Ritualen, die zum Sprechen einladen (z.B. Morgenkreis, Erzählrunden, Geburtstagsfeste, Lied vor dem Essen) kann Neues eingeübt und Bekanntes wiederholt werden. Dies gibt den Kindern Sicherheit. Wir arbeiten eng mit einer Ergotherapeutin und Logopädin zusammen.

Beobachtungen zum Entwicklungsstand

Kinder brauchen für ihre Entwicklung sowohl Kontakte zu Gleichaltrigen als auch zu Kindern anderen Alters. Die Arbeit in altersgemischten Gruppen ermöglicht den jüngeren Kindern, von den Älteren zu lernen. Diese wiederum entwickeln im Umgang mit den Kleinen Rücksicht, Toleranz und Empathie. Die gezielte Beobachtung ist eine wichtige Entscheidungshilfe bei der pädagogischen Planung, Lenkung und Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen. Zudem ist sie ein hilfreiches Instrument zum Feststellen von Verhaltensauffälligkeiten. Die Entwicklung der Kinder wird im Rahmen der reichhaltigen Bildungsdokumentation über die gesamten vier Jahre festgehalten und gemeinsam mit den Eltern diskutiert.

Ansprüche und Fähigkeiten der Erzieherinnen:

  • den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes beurteilen und entsprechende, möglichst individuelle pädagogische Maßnahmen ergreifen können, Gruppen bilden und gestalten sowie Gruppenprozesse durchschauen
  • mit auffälligen und benachteiligten Kindern umgehen können
  • in der Lage sein, Kriterien und Methoden für die eigene Arbeit zu entwickeln
  • didaktische Materialien funktionsgerecht einsetzen sowie
  • pädagogisches Handeln fundiert und differenziert reflektieren.

Methode

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, kommt der Beobachtung eine zentrale Bedeutung zu. Dabei unterscheiden wir zwischen freier Verhaltensbeobachtung und dem Führen von Beobachtungsbögen. Bei beiden Varianten beziehen sich unsere Beobachtungen auf sichtbare Verhaltensweisen des Kindes. Eine mehr oder weniger subjektive Interpretation soll zunächst unterbleiben.

  • Freie Verhaltensbeobachtung (Verbalprotokoll)

Im täglichen Miteinander beobachten wir eher beiläufig aber auch wiederholt und absichtsvoll das Spiel-, Lern- und Sozialverhalten der Kinder, gewinnen Informationen über körperliche, seelische und kognitive Entwicklung und erkennen u.U. „auffällige“ Verhaltensweisen, die es abzuklären gilt. Diese Beobachtungen werden frei dokumentiert und dienen der jeweiligen Erzieherin als Planungsgrundlage.

  • Einsatz von Beobachtungsbögen (Kategoriensystem)

Die Arbeit mit Beobachtungsbögen gilt als objektiv und umfassend. Bei unserer pädagogischen Arbeit kommen diese halbjährlich zum Einsatz. Die Art der Beobachtung spricht gezielt mehrere Entwicklungsbereiche wie die kognitive Entwicklung, die Sprachentwicklung, die grob- und feinmotorische Entwicklung sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen an. Auf diese Weise erhalten wir eine Fülle von alltagsintegrierten Beobachtungssituationen, die zu wichtigen Einschätzungen der Fähigkeiten eines Kindes führen. Wir erklären die Aufgaben kindgemäß und beobachten seine Bereitschaft, die Aufgaben durchzuführen, seine Genauigkeit und seine Aufmerksamkeitsspanne. Wichtig ist, auf eine spielerische, stressfreie Atmosphäre zu achten, die Kinder zu motivieren und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass ihre Anstrengungen erfolgreich sind.

Sollten Fördermaßnahmen in Betracht gezogen werden, halten die Erzieherinnen Rücksprache mit den jeweiligen Eltern.

Am Ende der Kindergartenzeit werden die Beobachtungsbögen bei Nachfragen an die Eltern ausgehändigt.