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Beobachtungen zum Entwicklungsstand

Kinder brauchen für ihre Entwicklung sowohl Kontakte zu Gleichaltrigen als auch zu Kindern anderen Alters. Die Arbeit in altersgemischten Gruppen ermöglicht den jüngeren Kindern, von den Älteren zu lernen. Diese wiederum entwickeln im Umgang mit den Kleinen Rücksicht, Toleranz und Empathie. Die gezielte Beobachtung ist eine wichtige Entscheidungshilfe bei der pädagogischen Planung, Lenkung und Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen. Zudem ist sie ein hilfreiches Instrument zum Feststellen von Verhaltensauffälligkeiten. Die Entwicklung der Kinder wird im Rahmen der Bildungsdokumentation über die gesamten drei Jahre festgehalten und gemeinsam mit den Eltern diskutiert.

Erzieherinnen sollen:

  • den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes beurteilen und entsprechende, möglichst individuelle pädagogische Maßnahmen ergreifen können, Gruppen bilden und gestalten sowie Gruppenprozesse durchschauen
  • mit auffälligen und benachteiligten Kindern umgehen können
  • in der Lage sein, Kriterien und Methoden für die eigene Arbeit zu entwickeln
  • didaktische Materialien funktionsgerecht einsetzen sowie
  • pädagogisches Handeln fundiert und differenziert reflektieren.
Methode
Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, kommt der Beobachtung eine zentrale Bedeutung zu. Dabei unterscheiden wir zwischen freier Verhaltensbeobachtung und dem Führen von Beobachtungsbögen. Bei beiden Varianten beziehen sich unsere Beobachtungen auf sichtbare Verhaltensweisen des Kindes. Eine mehr oder weniger subjektive Interpretation soll zunächst unterbleiben.

  • Freie Verhaltensbeobachtung (Verbalprotokoll)
    Im täglichen Miteinander beobachten wir eher beiläufig aber auch wiederholt und absichtsvoll das Spiel- Lern- und Sozialverhalten der Kinder, gewinnen Informationen über körperliche, seelische und kognitive Entwicklung und erkennen u.U. "auffällige" Verhaltensweisen, die es abzuklären gilt. Diese Beobachtungen werden frei dokumentiert und dienen der jeweiligen Erzieherin als Planungsgrundlage.
  • Einsatz von Beobachtungsbögen (Kategoriensystem)
    Die Arbeit mit Beobachtungsbögen gilt als objektiv und umfassend. Bei unserer pädagogischen Arbeit kommen diese halbjährlich zum Einsatz. Die Art der Beobachtung spricht gezielt mehrere Entwicklungsbereiche wie die kognitive Entwicklung, die Sprachentwicklung, die grob- und feinmotorische Entwicklung sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen an. Jeweils zwei fest eingeteilte Erzieherinnen unserer Einrichtung haben in dem Fall einen bestimmten "Fachbereich" (z.B. Sprachentwicklung). In Kooperation miteinander stellen sie gruppenübergreifend für alle Kindergartenkinder gezielte Beobachtungssituationen für ihren Fachbereich her, in denen von einem bestimmten Verhalten auf den Entwicklungsstand bestimmter Funktionen geschlossen werden kann. Auf diese Weise erhalten wir eine Fülle von Beobachtungssituationen, die zu wichtigen Einschätzungen der Fähigkeiten eines Kindes führen. Wir erklären die Aufgaben kindgemäß und beobachten seine Bereitschaft, die Aufgaben durchzuführen, seine Genauigkeit und seine Aufmerksamkeitsspanne. Wichtig ist, auf eine spielerische, stressfreie Atmosphäre zu achten, die Kinder zu motivieren und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass ihre Anstrengungen erfolgreich sind.

Sollten Fördermaßnahmen in Betracht gezogen werden, halten die Erzieherinnen Rücksprache mit den jeweiligen Eltern.
Am Ende der Kindergartenzeit werden die Beobachtungsbögen bei Nachfragen an die Eltern ausgehändigt.

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Telefon: 0 22 44 - 91 59 22 | info@kiga-sandkasten.de | www.kiga-sandkasten.de
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