Wir praktizieren das "Berliner Eingewöhnungsmodell"

Das Brandenburger Institut „INFANS“ hat eine wissenschaftliche Untersuchung zur Eingewöhnungssituation von Kleinstkindern erarbeitet. Wir stellen das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ kurz vor, das sich auf die Ergebnisse dieser Forschungen und die Bindungstheorien von namenhaften Wissenschaftlern stützt, und nach dem die Unter-Drei-Jährigen bei uns eingewöhnt werden.

Die zeitweise Trennung von vertrauten und die Hinwendung zu unbekannten Personen verlangt dem Kind eine extrem hohe Anpassungsleistung ab. Um eine solche Beziehung aufbauen zu können, benötigen sowohl die Kinder als auch die Eltern Zeit. Bereits beim Aufnahmegespräch wird den Eltern deutlich gemacht, welche Bedeutung diese Phase hat, und dass auch ihre Anwesenheit unbedingt erforderlich ist. Kinder in den ersten Lebensjahren brauchen den Schutz und die Nähe einer Bezugsperson, wenn sie die vielfältigen Situationen in dem Kindergarten bewältigen sollen. Bei Unsicherheiten oder Irritationen brauchen sie die Bezugsperson, um wieder ins Gleichgewicht zu finden. Nur unter der Voraussetzung einer stabilen und verlässlichen Beziehung ist es Kindern möglich, sich mutig auf neue, für sie unbekannte Situationen einzulassen und sich mit auftretenden Problemen und Anforderungen fantasievoll auseinanderzusetzen.

An den ersten drei bis fünf Tagen besucht das Kind mit einer Bezugsperson (z. B. Eltern) für ein bis zwei Stunden die Gruppe. In den folgenden fünf Tagen können kurze Trennungsphasen versucht werden. In dieser Zeit wird man feststellen, ob das Kind die Erzieherin schon als neue Bezugsperson akzeptiert. Ist das der Fall, wird das Kind sich, wenn es weinen sollte, rasch von der Erzieherin trösten lassen. Wesentlich ist, dass die Eltern sich verabschieden und gehen. Lässt sich das Kind von der Erzieherin nicht beruhigen, ist der Trennungsversuch noch zu früh und die Begleitung der Eltern noch länger notwendig. Sinn und Ziel der Eingewöhnungsphase ist die allmähliche Lösung von den Eltern und der Aufbau einer stabilen Beziehung zu der pädagogischen Kraft in der Gruppe, die die Bezugsperson des Kindes sein soll.

Eine erfolgreiche Eingewöhnung hat in der Regel eine schnelle Integration zur Folge und man kann oft einen überraschenden Selbstständigkeitsschub des Kindes beobachten.

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